Warum ich 2017 fast alles hingeschmissen hätte – WuWei is an inside job

…und warum es besser war, das nicht zu tun!

Ich lass heute mal die Hosen runter und erzähle Dir von meiner Achterbahnfahrt und meinen Flops in diesem Jahr und auch, warum die Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen.

Erfolg, so wie er gemeinhin definiert wird, ist eine große Herausforderung und kann auch eine große Seifenblase sein, die so schnell platzen kann, so schnell kann keiner gucken.
Erfolg ist ein – in vielen Bereichen – skalierbares Ding. Und, Erfolg kostet was. Immer. Erfolg kostet Einsatz, Durchhaltevermögen, Mut, Zeit, Energie, Tatkraft.
Tja, und neben allem Einsatz, aller Skalierbarkeit und Fokussierung gibt es noch ein paar Parameter, auf die haben wir einfach keinen Einfluss.
Wir hätten vielleicht Einfluss, wären wir immer total klar und immer total wach – ich allerdings muss zugeben, ich bin das nicht immer.

Das legt dann Grundstein für Situationen – die braucht kein Mensch

Offensichtlich gesehen, denn gebraucht habe ich letztendlich das alles. Wozu?

Vielleicht um noch näher an mein WuWei zu kommen.

Vielleicht um noch besser zu verstehen, was das überhaupt wirklich bedeutet, aus dem WuWei heraus zu agieren. Und um eine Brücke zu schlagen von meinem bisherigen Erfolgsverständnis und dem von mir so geliebten und bewunderten WuWei, vom Flow und der richtigen Tat am richtigen Ort zur richtigen Zeit.

Aber beginnen wir von vorne

Für dieses Jahr hatte ich Erfolg geplant, skaliert und die ganze Latte an Einsatz, Durchhaltevermögen und so weiter gebracht. Und dann kam es anders als gedacht.Arbeit-Laptop-Unterwegs
Los ging alles mit dem Trauerspiel an Breitbandausbau (der übrigens immer noch nicht abgeschlossen ist) und mit dieser mir unüberwindbar scheinenden Hürde ergab sich in meiner Empfindungswelt (und damit für meine Planung 2017) ein wahrer Rattenschwanz an Schwierigkeiten für meine Ziele und Pläne.

Meine Projekte waren schwer oder nur unter großer Anstrengung umzusetzen, meine geplante Akquise Welle für den WuWei- Superclub war nicht vernünftig durchzuziehen – und überhaupt, irgendwie fühlte ich mich mehr abgeschnitten von der Welt als zugehörig.

Die alte Trotztante, die in mir wohnt, hatte also ihren großen Auftritt.

Kennst Du diese Gedanken und die Empfindungen, die damit verbunden sind?

  • Das Leben mag mich nicht
  • alle anderen habens leichter als ich
  • WettbewerbsNACHTEIL?!
  • bin ich vielleicht irgendwo falsch abgebogen
  • Wie soll ich das alles unter diesen Umständen schaffen
  • was zum Donner übersehe ich?

und eine ganze Menge mehr davon. Kennste vielleicht. Trotz aller Reflektion ist nichts zu holen. Meistens kommt dann noch freundlicherweise irgendwas Unvorhergesehenes um die Ecke. Irgendetwas, was Deine Aufmerksamkeit braucht. Und Zeit. Und Energie. Dinge, die Du scheinbar gerade nicht hast.

Eine ganze Weile hieß deshalb meine Fragestellung nicht –

WAS kann ich tun,

sondern,

WARUM kann ich nicht tun, was ich tun will.

Und diese Fragestellung, so habe ich verstanden – ist fatal, denn sie bringt uns einfach nirgendwo hin außer vielleicht auf dem Stammplatz im eigenen Sumpf.

Um Erfolg aus dem WuWei erwachsen zu lassen musst Du aus dem eigenen Sumpf – und zwar sofort

…oder was verhindert, dass Du alles hinschmeißt

Für mich gab es ein paar im Vorfeld gut platzierte Faktoren, die mich durch die größten Wellen navigieren.

  • ein Netzwerk – ein ehrliches, gutes, tiefgründiges und organisch gewachsenes Netzwerk. So was wie den Club. In den man reinkommen darf und erzählen. In dem Fragen erlaubt sind und Wünsche. In dem Menschen sind, die sich nicht nur für Deinen Erfolg und Deine Zahlen interessieren, sondern für Deine Person. Die nachfragen, wenn Du abgetaucht bist und freundlich und bestimmt von Dir erwarten, dass Du wieder auftauchst.
  • Menschen, die Dich in den Wald schicken, wenn es notwendig ist, die Dir von außerhalb Deines Sumpfes zuwinken, so dass Du große Lust hast wieder rauszugehen
  • Die Neuformulierung der Frage oben – im Wandel von „Warum kann ich nicht tun, was ich tun will“ oder „Warum mag mir dieses nicht gelingen“ zu „Was kann ich tun“ liegt eine großartige Sprengkraft – nicht immer zeigt sich die Lösung sofort, aber sie wird sich zeigen, versprochen
  • eine Zeit der Sortierung, ein Überdenken der eigenen Lebensvision, der Businessvision, der Reflektion – zugegebenermaßen lohnt es sich hier in ein weitsichtiges und einfühlsames gegenüber zu investieren – immer wieder
  • die Erkenntnis, dass lernen und wachsen niemals aufhört, dass es immer wieder neue Erkenntnisse geben wird und neue Welten zu entdecken
  • ein temporärer Ortswechsel ist ein guter Nährboden für neue Perspektiven
  • Ausloten von Möglichkeiten, die Du bisher noch nicht gesehen hast – denn nur, weil Du sie nicht siehst, heißt es nicht, dass es diese Möglichkeiten nicht gibt
  • mach Dir klar, was Du trotz aller Widrigkeiten geschafft hast – für mich war das übrigens die schwerste aber hilfreichste Übung
  • Der gute Alte Freund, der Atem.

Unterm Strich kann ich sagen, dass die Schwere und Größe meines Problems schwand, in dem Maße, in dem ich meine Einstellung dazu veränderte. Viele Pläne für 2017 konnte ich nicht umsetzen, einige meiner Ziele waren nichts als großartige „lose“ Momente in meiner eigenen Lebensgeschichte und einfach irgendwo zurück in die Festanstellung zu gehen war an so emanchem Tag meine Vorstellung vom Paradies schlechthin.

Die Erkenntnis, dass mein WuWei aus meinem Inneren kommen muss und meine Handlungen bestenfalls diesem Zustand entspringen war hart, die Erkenntnis, dass mir meine ganze Selbstverantwortung nichts bringt, ist dieses Selbst nicht in eine Gemeinschaft eingebunden, deren Grundsubstanz aus Interesse, Zu – Neigung und Empathie besteht, ist prägend.

Mein Resumée ist – ich bleibe. Und der Club bleibt mit mir und vielleicht wird er durch Dich bereichert.

Sehen wir uns dort?

Much Love

Regina

 

 

 

9 Kommentare
  1. Super Sabine - Sabine Krink
    Super Sabine - Sabine Krink says:

    Offene Worte, Schönheit! Danke dafür! 🙂

    Es ist schön und wohltuend, dich zu lesen :-*

    Ich habe erfahren dürfen, dass es nicht zwingend wichtig ist, in welche Gemeinschaft wir eingebunden sind, sondern dass wir gewahr werden, dass wir immer in Verbindung sind, immer in Gemeinschaft. Immer. Ganz gleich, wie wir diese werten. Mit jedem, absolut jedem Gegenüber, ist eine Verbindung möglich. Und die Brücke ist Liebe – zu mir und/oder zum anderen Wesen. Manchmal ruder ich noch im Fluss rum oder stakse durch den Sumpf, während ich diese Brücke anschaue statt sie zu gehen 😉 Und ich bin immer öfter in der Lage, die Brücke zu gehen. Dann isses easy. Dann ist Life real. Das jedenfalls ist eine für mich wichtige Erkenntnis. Wenn ich das in mir fein habe, geht alles. Anders oft, als ich geplant habe 😉 – und es geht, fließt. You know it.

    Liebe-vollen Herzensgruß
    Sabine

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  2. Martina Belling
    Martina Belling says:

    Wie immer sehr lebensecht, sehr berührend geschrieben! Danke dir hierfür, liebe Regina! Dieses Wanken, diese Zweifel (wer kennt sie nicht?!) machen uns doch erst recht stark. Und stark bist du in jedem Fall, Regina!
    Du bist eben nicht gebrochen – wie ein dicker, schwerer Ast – sondern bist zwar fast verbogen, dann aber wiede in die alte, nein, in die verbesserte Form zurück geschnellt! Wie ein Bambuszweig! Ich freue mich jedenfalls zu und zu sehr, dass du beschlossen hast, weiter zu machen. Was wäre die Facebook-Welt auch ohne dich?

    Antworten
  3. Sarah
    Sarah says:

    Ein toller Beitrag, Wunder Weib! So ganz frisch und ehrlich aus dem Herzen heraus.

    Ich fand besonders den Absatz gut, dass du gemerkt hast, dass man in eine Gemeinschaft eingebunden sein muss, um sein Selbst wachsen zu lassen . Zuneigung, Empathie und Interesse. Gerade geschäftsmäßig. Ansonsten verfällt man dem Irrglauben, ein lonesome Rider zu sein, der alles alleine Händeln muss.

    Das Gefühl, wie Sabine es beschreibt, mit allem dennoch verbunden zu sein, ist ebenso wichtig. Beides bedingt einander.

    Ich wünsche mir den neuen Aufwind, den dein Club verdient hat, denn ich finde ihn einfach genial und toll! Ganz besonders durch dich.

    Liebste Grüße aus dem Münsterland,
    Sarah

    Antworten
  4. Pia-Marie
    Pia-Marie says:

    Danke liebste Königin der Wunderweiber, die du bist, für deine so ehrlichen u einzigartig formulierten Worte.
    Du hast schon so viel geschaffen u auch wenn es mal etwas ruhiger war… wir waren doch immer verbunden. Ich kann so gut nachvollziehen, was du beschreibst.
    Schön, dass du weiter machst u ich freue mich auch alles was von dir kommt.
    Du u der Club ihr seid ein Geschenk. Mein FB-Leben ohne dich wäre wesentlich farbloser… let’s trust in WuWei… ❤️

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